Referat über die „Frankfurter Schule“ und „Max Horkheimer“

von Bastian Kraus und Axel Loyens

 

 

Frankfurter Schule, die heute übliche Bezeichnung für einen einflußreichen Kreis (anfangs fast ausschließlich jüdischer) Philosophen und Soziologen, die seit den frühen dreißiger Jahren dem Frankfurter Institut für Sozialforschung angehörten, während der Zeit des Nationalsozialismus in die USA emigrierten und ihre Arbeit nach dem 2. Weltkrieg an der Universität in Frankfurt fortsetzten. Die Frankfurter Schule entwickelte sich, u. a. weil sie mit ihren Gedanken die Studentenbewegung der sechziger Jahre maßgeblich prägte, zu einer der bedeutendsten soziologisch-philosophischen Strömungen dieses Jahrhunderts. Ihre wichtigsten Protagonisten waren Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse (der allerdings wie Erich Fromm dem Institut nur bis Anfang der vierziger Jahre offiziell angehörte und nach dem Krieg in den USA blieb), Walter Benjamin (der 1940 auf der Flucht in Südfrankreich ums Leben kam) und (der eine Generation jüngere, von 1955 bis 1971 zum Institut gehörende) Jürgen Habermas. Im Zentrum der von der Frankfurter Schule selbst so genannten kritischen Theorie steht die radikale Kritik des kapitalistischen Wirtschaftssystems, seiner Kultur und Ideologie.

 

 

Kurze Geschichte des Instituts für Sozialforschung

 

Das Institut für Sozialforschuung wurde 1923 in Frankfurt auf Initiative des Juden Fritz Weil und des Wirtschaftswissenschaftlers Kurt Albert Gerlach als eigenständige Institution an die Frankfurter Universität angegliedert. Die grundlegenden Theorien des Instituts waren die marxistischen Theorien. Carl Grünberg leitete das Ifs bis 1930. Er schied aus gesundheits bedingten Gründen aus und wurde 1928 von Max Horkheimer abgelöst. Nach Hitlers Machtübernahme 1933 wurde das Institut sofort von den Nationalsozialisten besetzt. Das Institut emigrierte für ein Jahr nach Genf bis Max Horkheimer nach New York auswanderte und das Ifs dort an die Columbia University angliederte und weiterführte. Anfang der vierziger Jahre trennte sich das Institut aus finanziellen Gründen von einigen Mitarbeitern, die dann zuerst für die US-Regierung und nach dem Krieg an amerikanischen Universitäten arbeiteten. In den Kriegsjahren erstellte das Institut umfassende empirische Studien über den Antisemitismus. Nach dem Krieg kehrten Horkheimer, Adorno und Pollock wieder nach Frankfurt zurück. Horkheimer widmete sich der Präsentation des Instituts, Adorno kümmerte sich weitestgehend um musiksoziologische Forschung. 1956 stieß Jürgen Habermas als Assistent Adornos zur Frankfurter Schule und blieb dort bis 1971. Habermas entfernte sich von der kritischen Theorie Horkheimers und Adornos und entwickelte zu Beginn der achtziger Jahre mit der Theorie des kommunikativen Handels eine neue radikaldemokratische Version des kritischen Diskurses.

 

 

Max Horkheimer

 

Horkheimer, Max (1895-1973), deutscher Philosoph und Soziologe. Horkheimer wurde in Zuffenhausen bei Stuttgart als Sohn wohlhabender jüdischer Eltern geboren. Er studierte Nationalökonomie, Psychologie und Philosophie und promovierte 1922 mit einer Arbeit über Immanuel Kant. Stark geprägt von der Metaphysik des Mitleids bei Arthur Schopenhauer studierte er die klassischen deutschen Philosophen; er suchte nach einer Neubewertung der Klassiker mittels der Lehren von Karl Marx.1930 wurde Max Horkheimer Institutsvorstand des 1923 gegründeten Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. In der von Horkheimer mitherausgegebenen Zeitschrift für Sozialforschung (1932-1941) wurden die Ergebnisse der Erforschung der zeitgenössischen Gesellschaft im Sinn der so genannten Kritischen Theorie veröffentlicht. Horkheimer wandte sich in seiner Gesellschafts- und Vernunftkritik sowohl gegen das Weltbild der positivistischen Wissenschaften als auch gegen die klassische „sinngebende Metaphysik". Zusammen mit Theodor W. Adorno war er der bedeutendste Vertreter dieser kritischen Gesellschaftstheorie; in der Nachkriegszeit wurde dem Kreis um Horkheimer auch der Name Frankfurter Schule zugedacht. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland und der unglaubliche Terror des nazistischen Regimes veranlaßten Horkheimer zu einer immer

pessimistischeren Einschätzung der Geschichte der Vernunft. Die zusammen mit Adorno verfaßte Studie Dialektik der Aufklärung (1947) zeigt diesen Zweifel an der Überlegenheit des menschlichen Wissens. 1949 kehrte Horkheimer nach Frankfurt

zurück, wurde 1950 Direktor des wieder errichteten Instituts für Sozialforschung und lehrte in Frankfurt und Chicago bis zu seiner Emeritierung 1960. Die Spätphilosophie Horkheimers, die er nur in Fragmenten veröffentlichte, ist von tiefer Skepsis gegenüber der Vernunft geprägt. Horkheimer starb 1973 in Nürnberg.

Seine Philosophie wurde in den sechziger Jahren von der neuen Generation von Intellektuellen aufgegriffen und mit einer politischen Hoffnung wieder belebt, die Horkheimer nicht teilen konnte.